Unser Konzept zur Intimgesundheit

Der weibliche Intimbereich

Der weibliche Intimbereich wird in einen äußeren und einen inneren Intimbereich unterteilt. Der Äußere besteht aus den kleinen und großen Schamlippen (5 und 6) mit der Harnröhrenöffnung (4) und dem Scheidenvorhof (7). Zum Inneren zählt die Scheide (Vagina) (9) mit der Gebärmutter (10). Eine wichtige Rolle bei Beschwerden spielt auch die Harnblase (1).

IntimbereichWP

Beschwerden im Intimbereich sind weit verbreitet. Rötungen, Reizungen, Jucken und Brennen im Intimbereich kennt fast jede Frau und viele Frauen haben häufig mit solchen Beschwerden zu tun.
Akute Probleme im Intimbereich sollten immer mit einer Frauenärztin/ einem Frauenarzt besprochen werden. Um aber selbst Probleme etwas besser einschätzen zu können und auch geeignete Vorbeugemaßnahmen treffen zu können, ist das Wissen um die „Aufgaben“ und die „Funktionsweise“ des Intimbereichs sehr hilfreich.
Betrachtet man die Aufgaben des Intimbereichs, dann muss dieser enorm viel „leisten“. Zum einen muss er verhindern, dass unerwünschte Erreger in die Harnröhre und die Scheide eindringen. Zum anderen muss er in den fruchtbaren Tagen dazu beitragen, dass Spermien optimale Bedingungen vorfinden. Während einer Schwangerschaft hat dann die „Verteidigung“ gegen Eindringlinge absolute Priorität.
Aber wie funktioniert das? Idealerweise ist der äußere und der innere Intimbereich mit einer gesunden Keimflora besiedelt. Dies sind vor allem Milchsäure-Bakterien, die – einfach ausgedrückt – durch ihr Vorhandensein anderen, schädlichen Mikroorganismen keinen Platz lassen. Außerdem sorgen sie für einen sauren pH-Wert, den vor allem schädliche Bakterien nicht mögen.

Im äußeren Intimbereich wird dadurch ein Säureschutzmantel im Bereich von pH 5,0 bis 5,5 erreicht (reines Wasser hat einen pH-Wert von 7 auf einer Skala von 1 bis 14). Das Scheidenmilieu (innerer Intimbereich) hat einen pH-Wert von 3,8 bis 4,4. Während der Menstruation und um den Eisprung herum ist der Wert etwas höher, während der Schwangerschaft besonders niedrig.

Beschwerden im Intimbereich

In der folgenden Tabelle sind in einem Überblick die wichtigsten Beschwerden im Intimbereich dargestellt. Mehr zu sexuell übertragbaren Krankheiten finden Sie hier.

Ursachen einer vaginalen Dysbiose

Vielerlei Einflüsse können das natürliche Gleichgewicht der Scheide stören und dazu führen, dass die Milchsäure-Bakterien weniger werden und der pH-Wert (über 4,4 ) steigt:

  • Durch die Einnahme von Antibiotika werden auch die „guten“ Milchsäure-Bakterien vermindert. Somit haben Vaginal-Pilze mehr Platz und bei einem höheren pH-Wert können sich auch unerwünschte Bakterien besser vermehren.
  • Durch übertriebene und/ oder falsche Hygiene kann sich der pH-Wert des äußeren und inneren Intimbereichs erhöhen bzw. können die Milchsäure-Bakterien vermindert werden.
  • Eine zu feuchte und warme Umgebung im Intimbereich fördert das Wachstum von Keimen.
  • Hormonschwankungen wie z.B. durch die Anti-Baby-Pille, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, aber auch Erkrankungen wie Diabetes können sich negativ auf das Scheidenmilieu auswirken.
  • Alkalische Körperflüssigkeiten wie Blut (Monatsblutung), Sperma und der Wochenfluss nach der Geburt erhöhen den vaginalen pH-Wert.

Symptome einer vaginalen Dysbiose

Eine vaginale Dysbiose äußert sich oft in einem übelriechenden grau-weißlichen Ausfluss und einem erhöhten Vaginalen pH-Wert (> 4,4). Die Anzahl der krankheits- erregenden Keime hat sich zu Ungunsten der Milchsäure-Bakterien verschoben. Oft sind betroffene Frauen aber auch völlig beschwerdefrei.

Risiken/ Konsequenzen einer vaginalen Dysbiose

Ein vaginaler pH-Wert über 4,4 ist ein Anzeichen dafür, dass ein vaginales Ungleichgewicht herrscht und zu wenig Milchsäure-Bakterien vorhanden sind. Dadurch erhöht sich das Risiko einer bakterielle Vaginose bzw. eines Vaginal-Pilzes. Gerade in der Schwangerschaft sind Vaginosen eine der Hauptursachen von Fehl- und Frühgeburten.

Diagnose/ Test bei einer vaginalen Dysbiose

Der vaginale pH-Wert lässt sich sehr einfach mit einem dafür zugelassenen pH-Test zuhause ermitteln

Behandlung einer vaginalen Dysbiose

Das Behandlungsziel bei einem vaginalen Ungleichgewicht sollte die Wiederherstellung eines gesunden Scheidenmilieus sein.
Mit einer Milchsäure-Kur lässt sich der vaginale pH-Wert nach unten korrigieren und schafft damit ideale Bedingungen für die Milchsäure-Bakterien, sich stark zu vermehren und wieder selbst für einen niedrigen pH-Wert zu sorgen.

Vorbeugen einer vaginalen Dysbiose

Bei immer wieder auftretenden zu hohen pH-Werten kann vorbeugend alle ein bis zwei Wochen Milchsäure zur Ansäuerung verwendet werden. Der Intimbereich sollte trocken gehalten und sehr sparsam mit einer sauren Intimpflege (niedriger pH-Wert) gereinigt werden. In Kapitel 11 sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen zusammengestellt.

Ursachen einer bakteriellen Vaginose

Bei einer Vaginose fehlen milchsäurebildende Laktobazillen und unerwünschte (vor allem anaerobe) Bakterien breiten sich aus. Die Ursachen sind die gleichen wie bei einem Ungleichgewicht des Scheidenmilieus (siehe Kapitel 3).

Symptome einer bakteriellen Vaginose

Der äußere Intimbereich ist selten betroffen. Die Vagina weist nur leichte Entzündungszeichen auf. Charakteristische Symptome sind:

  • Juckreiz oder Brennen im inneren Intimbereich
  • Vermehrter Ausfluss mit fischartigem Geruch
  • pH-Wert > 4,4
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und/ oder Wasserlassen

Risiken/ Konsequenzen einer bakteriellen Vaginose

Eine bakterielle Vaginose kann die Entstehung von aufsteigenden Infektionen des Intimbereiches bedingen. Das bedeutet, dass eine Infektion gegen die Flussrichtung des Sekrets in die Gebärmutter aufsteigt und dort zu Folgeerkrankungen wie Gebärmutterentzündungen, Entzündungen der Eileiter bis hin zum Abszess des Eierstocks oder des Eileiters führt. Während der Schwangerschaft kann eine bakterielle Vaginose zu einem vorzeitigen Blasensprung, einer Fehlgeburt, einer Frühgeburt oder Fieber während der Geburt führen.

Diagnose/ Test bei einer bakteriellen Vaginose

Die Diagnose einer bakteriellen Vaginose gilt als gesichert, wenn mindesten drei der folgenden Befunde erhoben werden:

  • Homogener grau-weißlicher Ausfluss
  • pH-Wert > 4,4
  • Fischartiger Geruch des Vaginalsekrets
  • Mikroskopischer Nachweis von „clue cells“ (Schlüsselzellen) durch den Arzt

Behandlung einer bakteriellen Vaginose

Die Behandlung sollte durch einen Arzt bestimmt werden und erfordert meist eine vollständige Analyse des Krankheitsbildes der Patientin. Ebenfalls sollte der Partner bei der Behandlung mit einbezogen werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Zur Unterstützung wird eine Kur mit Milchsäure empfohlen.

Vorbeugen einer bakteriellen Vaginose

Ein gesundes Scheidenmilieu ist der Schlüssel zur Vorbeugung einer Vaginalinfektion. Eine Kur mit Milchsäure unterstützt dabei den natürlichen Schutzmechanismus. Eine regelmäßige pH-Selbstmessung ist eine sehr gute Möglichkeit, eine Verschiebung des pH-Wertes zu erkennen und selbst vorbeugend aktiv zu werden, insbesondere bei einem Risiko von infektionsbedingten Fehl-/ Frühgeburten.

Ursachen eines Blasensprungs

Die Ursachen eines vorzeitigen Blasensprunges können ein erhöhter Innendruck oder eine Auflockerung der Eihäute sein. Beides kann durch eine Entzündung infolge einer Infektion auftreten. Aber auch Angst und Stress-Situationen können vorzeitige Wehen auslösen und so zu einem Blasensprung führen. Der Muttermund hat während der Schwangerschaft eine bedeutende Rolle. Er verhindert ein Eindringen von aufsteigenden Infektionen und ist zugleich der Verschluss der Gebärmutter nach unten. Er verfügt über eine kräftige Muskulatur und besitzt eine Länge von ca. 5 cm. Während der Schwangerschaft können gewebliche Veränderungen auftreten, die ebenfalls zu einem vorzeitigen Blasensprung führen können.

Symptome eines Blasensprungs

Bei einem vorzeitigem Blasensprung kommt es zum Abgang von Fruchtwasser. Folgende weitere Symptome treten nur selten auf:

  • Vorzeitige Wehen
  • Fieber
  • Vermehrter Ausfluss

Risiken/ Konsequenzen eines Blasensprungs

Bei einem vorzeitigen Blasensprung kann die Geburt nicht mehr aufgehalten werden. Sie kann lediglich noch herausgezögert werden. Dies hängt von der Schwangerschaftswoche und vom Zustand des Kindes ab. Nach einem Blasensprung kommt es bei einem gesunden Scheidenmilieu langsam, bei einem gestörten Scheidenmilieu schneller zur Änderung der Flora bis hin zu einer Entzündung der Eihäute.

Diagnose/ Test bei einem Blasensprung

Da Fruchtwasser in das Scheidenmilieu abgegeben wird, kann man mittels eines vaginalen pH-Tests das Fruchtwasser (pH-Wert > 6,5) nachweisen. Da eine Verwechslungsgefahr mit Urin (pH-Wert zwischen 4,8 und 7,6) besteht, muss der vaginale pH-Wert gemessen werden.

Behandlung eines Blasensprungs

Der Blasensprung selbst kann nicht mehr behandelt werden und verlangt ein sofortiges Aufsuchen eines Arztes.

Vorbeugen eines Blasensprungs

Die Beachtung der Risikofaktoren ist ganz wichtig:

  • Infektionen
  • Veränderungen des Gebärmutterhalses und Muttermund (Zervix)
  • Gestörtes Scheidenmilieu
  • Stress- und Angstsituationen

Einige dieser Risikofaktoren können abgebaut oder zumindest verringert werden. Eine Ansäuerung der Vaginalflora stellt eine einfache und wirkungsvolle sowie verträgliche Methode dar. Durch die zusätzliche Pflege des äußeren Intimbereiches wird die Zahl der krankmachenden Bakterien reduziert.

Ursachen einer Pilzerkrankung

Von den verschiedenen Pilzarten sind es vor allem die Hefen (Candida), die im Intimbereich zu finden sind. Sie gehören zur normalen menschlichen Keimkultur und werden bei über 40% im Darm oder im Mund und bis zu 20% im weiblichen Intimbereich nachgewiesen ohne dass sie eine Entzündung oder Beschwerden verursachen. Eine Infektion des Intimbereiches wird zu > 90% durch den Hefepilz Candida Albicans verursacht. Folgende Faktoren begünstigen eine Infektion:

  • Diabetes mellitus
  • Antibiotikatherapie
  • Hohe Östrogendosen
  • Übergewicht
  • Übertriebene und/ oder falsche Intimhygiene

Symptome einer Pilzerkrankung

Ein Pilzbefall geht fast immer mit Juckreiz einher. Brennende Schmerzen kommen dazu, wenn es bei schweren Infektionen und als Folge des Kratzens und Reibens zu stärkeren Hautverletzungen gekommen ist. Rötungen und Schwellungen der Vagina mit flockigem, festem und im Extremfall bröckeligem, gelblichem Ausfluss lassen kaum eine Verwechselung zu. Ein weiteres sehr typisches Symptom sind winzig kleine Ringe von abgeriebenen Pusteln.

Risiken/ Konsequenzen einer Pilzerkrankung

Besonders in der Schwangerschaft sind die Konsequenzen für das Neugeborene noch nicht abzuschätzen. Zwar ist bis jetzt noch kein direkter Zusammenhang zwischen einer Pilzinfektion und einer Frühgeburt belegt, allerdings können Nachfolgererkrankungen des Neugeborenen wie Windelsoor und Mundsoor direkt auf eine Ansteckung durch die Geburt zurückgeführt werden.

Diagnose/ Test einer Pilzerkrankung

In der Frauenarztpraxis erfolgt die Pilzdiagnostik durch den Erregernachweis aus dem mikroskopischen Bild und/ oder durch die kulturelle Anzucht. Die Nachweismethode durch Antikörper im Vaginalsekret gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der am häufigsten vorkommende Candida Albicans-Pilz kann durch einen einfachen Selbsttest bequem zuhause ermittelt werden.

Behandlung einer Pilzerkrankung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Da die Pilze natürlich in der Vaginalflora vorkommen, sind sie für gesunde Menschen keine Gefahr aber durchaus sehr lästig. Eine Therapie ist daher nicht immer notwendig, sondern nur bei Beschwerden oder während der Schwangerschaft. Das geeignete Mittel sollte – insbesondere beim erstmaligen Auftreten von Beschwerden – vom Arzt verschrieben werden. Die Vaginalflora kann außerdem mit einem Milchsäure-Produkt unterstützt werden, um ein natürliches Gleichgewicht wieder herzustellen.

Vorbeugen einer Pilzerkrankung

Wichtig ist eine gute Intimhygiene, die ein gesundes Scheidenmilieu unterstützt und nicht zerstört. Vorbeugend kann das Scheidenmilieu mit einer Milchsäure-Kur unterstützt werden, um Mischinfektionen von bakteriellen Infektionen und Pilzen zu vermeiden. In Kapitel 11 sind weitere Vorbeugemaßnahmen zusammengestellt.

Ursachen einer Blasenentzündung

Harnwegsinfektionen gehören mit zu den häufigsten erregerbedingten Erkrankungen. Sie treten bei 50-70% der Frauen mindestens einmal im Leben auf und sind ca. 8-mal häufiger als bei Männern. Das häufige Auftreten bei Frauen erklärt sich aus der Anatomie der Frau mit einer kürzeren Harnröhre als bei Männern und der Nähe des Analbereiches zum Intimbereich. Die Erreger von Harnwegsinfektionen entstammen meistens den Keimen der körpereigenen Darm- oder Vaginalflora. Folgende Faktoren begünstigen außerdem eine Blasenentzündung:

  • Hormonwechsel in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • Unterkühlung
  • Stress
  • Sexuelle Aktivität
  • Verwendung von Scheidenspülungen und chemischen Verhütungsmitteln
  • Störungen des Scheidenmilieus
  • Diabetes mellitus
  • Antibiotika
  • Erkrankungen wie Nierensteine, Stuhlinkontinenz und Eingriffe an den Harnwegen

Symptome einer Blasenentzündung

Je nach Schwere des Verlaufes erfolgt eine Unterteilung in eine unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion. Eine unkomplizierte Infektion kann auch ohne Symptome auftreten. Sie tritt aber häufig mit Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang (besonders nachts) und dem Urinverlust (Bonjour-Tröpfchen) auf. Bei einer komplizierten Infektion steigt die Entzündung weiter bis zum Nierenbereich auf und verursacht eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung. Die Erkrankung verläuft schwer, mit hohem Fieber, Flankenschmerzen, Blut im Urin und starken Krankheitssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Schüttelfrost.

Risiken/ Konsequenzen einer Blasenentzündung

Das Risiko ist hoch, dass sich aus einer unkomplizierten Blasenentzündung eine komplizierte Harnwegsinfektion bildet, die bis zum Nierenversagen führen kann. Besonders bei Schwangeren stellt eine Blasenentzündung einen Risikofaktor für Frühgeburten und Entwicklungsstörungen des Kindes dar.

Diagnose/ Test einer Blasenentzündung

In der Praxis werden häufig Urin-Teststreifen zum Nachweis von Entzündungsparametern und Bakterien eingesetzt. Das Anlegen einer Urinkultur muss allerdings durch einen Arzt geschehen und ist bei komplizierten und wiederkehrenden Entzündungen erforderlich.

Behandlung einer Blasenentzündung

In vielen Fällen wird durch den Arzt eine kurzzeitige Antibiotika-Therapie empfohlen, die bis zu einer langandauernden Therapie mit Aufenthalt im Krankenhaus bei komplizierten Harnwegsinfektionen erweitert werden kann. Es muss in jedem Fall auf genügend Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Außerdem müssen die Ursachen genauer betrachtet und ggf. abgestellt werden.

Vorbeugen einer Blasenentzündung

Wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist neben einer sorgfältigen Intimhygiene (siehe Kapitel 11) die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Bei bestehender Schwangerschaft ist einer regelmäßige Kontrolle des Urins auf Leukozyten und Nitrit sinnvoll, die auch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wird. So können erhöhte Bakterienanzahlen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor Beschwerden auftreten und die Schwangerschaft gefährden.

Ursachen einer Scheidentrockenheit

Das Geschlechtshormon Östrogen sorgt für ein dünnes Sekret, welches die Schleimhäute feuchthält und vor Krankheitserregern schützt. Eine trockene Scheide entsteht häufig aufgrund eines zu niedrigen Östrogenspiegels. Dieser kann in den Wechseljahren, während der Stillzeit oder nach einer Entfernung der Eierstöcke auftreten. Aber auch psychische Probleme, Stress und eine übertriebene Intimhygiene können die Scheide austrocknen.

Symptome einer Scheidentrockenheit

Typische Symptome einer vaginalen Trockenheit sind:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ggf. mit leichten Blutungen
  • Brennen und Juckreiz im Intimbereich
  • Brennen beim Wasserlassen

Risiken/ Konsequenzen einer Scheidentrockenheit

Auf Dauer kann eine zu trockene Scheide die Schleimhäute poröser und verletzlicher machen. Somit erhöht sich das Risiko für Infektionen mit Pilzen und Bakterien. Auch Blasenentzündungen können häufiger vorkommen.

Diagnose/ Test bei einer Scheidentrockenheit

Die Menge des vaginalen Ausflusses ist deutlich verringert bis kaum vorhanden. Das Aussehen ist farblos und der pH-Wert liegt über 6, da kaum oder keine milchsäurebildenden Bakterien vorhanden sind. Der pH-Wert kann mit einem Selbstmessung schnell und einfach festgestellt werden. Die Ursachenergründung für einen geringen Östrogenspiegel liegt allerdings beim Arzt.

Behandlung einer Scheidentrockenheit

Natürlich sollten in erster Linie die Ursachen eines Östrogenmangels behoben werden. Hier kann die erforderliche Therapie so unterschiedlich sein, wie die Ursachen selbst. In leichten, vorübergehenden Fällen kann die Scheide mithilfe von Gleitmitteln auf Wasserbasis befeuchtet werden. Um den natürlichen pH-Wert wieder herzustellen können Produkte mit Milchsäure oder eine Milchsäure-Kur helfen. Wer auf Pflegeprodukte nicht verzichten möchte, sollte auf übertriebene Hygiene mit Seife und aggressiven Produkten verzichten und milde Produkte mit einem niedrigen pH-Wert wählen. Diese enthalten meist auch Milchsäure.

Vorbeugen einer Scheidentrockenheit

Eine regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes und eine vorbeugende Milchsäure-Kur unterstützen ein gesundes Scheidenmilieu. Weiter unten sind weitere wichtige Vorbeugemaßnahmen zusammengestellt.

Neben den Krankheitsbildern, die durch eine Verschiebung des Scheidenmilieus oder des Hormonhaushaltes zurückzuführen sind, gibt es eine ganze Reihe an sexuell übertragbaren Krankheiten:

Viral verursachte Krankheiten:

  • HIV-Infektion und Aids
  • Hepatitis B
  • Herpes
  • HPV-Genitalwarzen

Bakteriell verursachte Krankheiten:

  • Gonorrhö (Tripper)
  • Chlamydien-Infektion
  • Syphilis

Ein- und Mehrzellige Parasiten:

  • Pilz-Infektion
  • Trichomonaden-Infektion
  • Krätze
  • Filzlaus-Befall

Als sicherster Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten gilt nach wie vor das Kondom. Es kann aber nicht die ungeschützte Haut des äußeren Intimbereichs vor Infektionen schützen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

  • Wenn Sie die Beschwerden zum ersten Mal haben.
  • Wenn ein Medikament nicht innerhalb von drei Tagen wirkt.
  • Wenn zusätzliche Fieber und/ oder Bauchschmerzen auftreten.
  • Wenn Sie schwanger sind.

Produktlösungen von ELANEE

Die Problemlösungen von ELANEE lassen sich in drei Bereiche einteilen: Diagnose, Behandlung und Vorbeugen.

Akute Probleme im Intimbereich sollten immer mit einer Frauenärztin/ einem Frauenarzt besprochen werden, insbesondere wenn sie das erste Mal auftreten. Aber mit einfachen Tests für zuhause lassen sich viele Ursachen selbst diagnostizieren.

Mit dem ELANEE pH-Test lässt sich der wichtigste Wert des weiblichen Intimbereichs zuverlässig messen.

Gerade Frauen, die häufiger Beschwerden im Intimbereich haben, sollten den pH-Wert regelmäßig prüfen und können bei einem zu hohen pH-Wert (über 4,4) das Scheidenmilieu – z.B. mit einer Milchsäure-Kur – wieder normalisieren, bevor es zu einer Infektion kommt. Wichtig ist das besonders bei Schwangeren, denn bakterielle Vaginosen sind für ca. 30% der Fehl-/ Frühgeburten verantwortlich. Da eine Vaginose innerhalb weniger Tage entstehen kann, ist gerade bei Frauen, die schon eine Fehl-/ Frühgeburt hatten, eine Prüfung des pH-Wertes 2-3 Mal wöchentlich sinnvoll.

Bestehen schon Beschwerden im Intimbereich (z.B. Brennen, Jucken, Ausfluss), dann kann das Ergebnis des pH-Tests Aufschluss über die mögliche Ursache geben. Ist der pH-Wert über 4,4, liegt die Ursache wahrscheinlich bei einer bakteriellen Vaginose (unter Umständen aber auch zusammen mit einem Vaginalpilz als Mischinfektion), liegt er darunter weisen Symptome wie Juckreiz eher auf einen Vaginalpilz hin.

Während einer Schwangerschaft kann geprüft werden, ob Fruchtwasser austritt. Dieses hat einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7. Der Test sollte unbedingt in der Scheide erfolgen, da eine Messung außerhalb zu einer Verwechslung mit Urin kommen kann. Im Zweifelsfall immer zur Hebamme oder zum Arzt gehen.

Wichtig zu wissen!
Nicht jeder pH-Test (z.B. pH-Test zur Messung des Urins oder Lackmuspapier) ist zur Messung des vaginalen pH-Werts geeignet. Ein geeigneter Test muss für diese Anwendung zugelassen sein und darf keine problematischen/ giftigen Stoffe an den Körper abgeben. Der ELANEE pH-Test hat einen sogenannten „nichtblutenden“ Indikator, der keinerlei Indikatorstoffe an den Körper abgibt.

Bei einer Pilzinfektion muss der pH-Wert nicht immer erhöht sein. Daher kann bei Problemen wie Juckreiz, Brennen und Rötungen im äußeren Intimbereich sowie bei weißem, bröckeligem Ausfluss mit dem ELANEE Vaginalpilz-Test auf den Hefepilz Candida Albicans getestet werden. Dieser Test weist diesen am häufigsten vorkommenden Vaginalpilz nach. Mit einer einfachen Testkassette kann zuhause innerhalb von 10 Minuten das Vaginalsekret mittels eines Abstrichtupfers getestet werden. Ist das Testergebnis positiv, liegt eine Pilzinfektion (Candidose) vor. Diese lässt sich mit Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilze) behandeln. Die entsprechende Therapieform sollte aber mit einer Ärztin/ einem Arzt abgestimmt werden.

Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib, häufiger Harndrang und Blut im Urin können dagegen Anzeichen einer Blasenentzündung sein. Ob das so ist, kann schnell und einfach mit dem ELANEE Urin-Kontrolltest5 zuhause überprüft werden. Dieser Test misst fünf wichtige Werte: Glukose (Zucker), Nitrit, Protein (Eiweiß), Blut sowie Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Das Ergebnis gibt Auskunft über erhöhte Entzündungswerte – wie sie bei einer Blasenentzündung vorliegen – und ob Bakterien die Verursacher dieser Entzündung sind. Sie werden durch Nitrit (ein Abbauprodukt von Nitrat) nachgewiesen. Auch das Vorhandensein von Blut im Urin kann angezeigt werden. In der Gebrauchsanweisung ist die Interpretation des Messergebnises genau beschrieben.

Die Behandlung von bakteriellen Vaginosen, Pilzerkrankungen, Blasenentzündungen usw. sollte immer ärztlich erfolgen. Oft werden hierbei Antibiotika oder Antipilz-Medikamente (Antimykotika) eingesetzt, die nicht nur die “bösen” Erreger, sondern auch die “guten” Milchsäure-Bakterien reduzieren. Diese brauchen nach einer solchen Behandlung Unterstützung.

Aber auch bei einem Ungleichgewicht des Scheidenmilieus (pH-Wert über 4,4) ist eine Senkung des pH-Wertes sehr hilfreich.
Die ELANEE Milchsäure-Kur dient der sicheren und effektiven Ansäuerung des Scheidenmilieus (Senkung des pH-Wertes). Sie hilft den natürlichen pH-Wert von 3,8 bis 4,4 wieder herzustellen und zu erhalten. Dadurch wird das natürliche Gleichgewicht einer gesunden Scheidenflora unterstützt. Das Milchsäure-Gel wird mit einzeln verpackten Applikatoren direkt vaginal eingeführt und reicht für eine Anwendungsdauer von 7 Tagen.

Bei der Behandlung von vaginaler Trockenheit kann ein Intim-Hydrogel sinnvoll sein. Mit dem ELANEE Intim-Hydrogel, einem medizinischen Gleitgel auf Wasserbasis, werden die Schleimheute im Intimbereich befeuchtet und mit pflegendem Panthenol versorgt. Verletzungen im Intimbereich kann vorgebeugt werden und unangenehme Beschwerden werden beseitigt. Das ELANEE Intim-Hydrogel ist im 50 ml-Spender erhältlich und kann auch wie ein normales Gleitgel verwendet werden.

Das Scheidenmilieu kann – insbesondere bei Schwangeren – sehr sauer sein und einen pH-Wert von 3,8 erreichen. Dieser niedrige, natürliche pH-Wert sollte durch übertriebene Hygiene oder falsche Reinigungsmittel nicht zerstört werden. Der ELANEE 3,8 pH Intim-Waschschaum hat einen pH-Wert von 3,8 und erzeugt durch seinen sparsamen Pumpspender, einen weichen Schaum. Die enthaltende Milchsäure zusammen mit ausgewogenen Pflegestoffen unterstützen ein gesundes Scheidenmilieu. Die Scheide ist durch leichten und kaum merklichen Ausfluss selbstreinigend. Eine zusätzliche Reinigung durch Scheidenspülungen ist bei einem gesunden Scheidenmilieu nicht notwendig und kann eher Probleme verursachen.

Eine regelmäßige Kontrolle des vaginalen pH-Wertes mit dem ELANEE pH-Test, besonders während der Schwangerschaft, bietet Sicherheit und kann ein schnelles Eingreifen ermöglichen. Bei leichten pH-Wert-Verschiebungen kann durch die ELANEE Milchsäure-Kur das natürliche Scheidenmilieu unterstützt werden, bevor Infektionen entstehen.
In der Schwangerschaft gehören regelmäßige Urin-Kontrolltests dazu und werden auch von den Hebammen und Gynäkologen durchgeführt. Mit dem ELANEE Urin-Kontrolltest5  kann bequem zuhause der Urin auf Nitrit und Leukozyten getestet werden, auch neben den ärztlichen Kontrolluntersuchungen.

Eigene Vorbeugemaßnahmen

Störungen im äußeren Intimbereich können sich auf das Scheidenmilieu auswirken und umgekehrt. Daher ist es wichtig auch den äußeren Intimbereich richtig zu pflegen und vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Einige Tipps finden sie in der folgenden Tabelle: