1. Bakterielle Vaginalinefktion
Wie entsteht eine bakterielle Vaginalinfektion?
Das Vaginalmilieu hat normalerweise einen sauren pH-Wert von bis 4.4. Dieser saure Wert wird von den in der Scheide angesiedelten Milchsäurebakterien aufrechterhalten. Sie bilden eine natürliche Schutzbarriere gegen die Ausbreitung von schädlichen Bakterien.
Durch verschiedene äußere und innere Einflüsse kann die Konzentration der Milchsäurebakterien in der Scheide zurückgehen. Die wenigen verbliebenen Milchsäurebakterien können den sauren Wert nicht aufrechterhalten. Das nun basische Milieu (pH-Wert über 4.4) bildet einen perfekten Nährboden für Keime, die sich ungehindert ausbreiten können.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion?
Laut Studien leiden etwa 75% aller Frauen mindestens einmal im Leben an einer bakteriellen Infektion. Bei etwa 20-30% treten Infektionen sogar regelmäßig auf.
Welche Symptome gehen mit einer bakteriellen Infektion einher?
Bakterielle Vaginalinfektionen werden von unangenehmen Symptomen begleitet. Dazu gehört
- Brennen
- Juckreiz
- Vermehrter Ausfluss
- Unangenehmer Geruch
- Scheidentrockenheit
- Fieber
- Blutungen, auch Schmierblutungen
- Menstruationsähnliche Beschwerden außerhalb der Menstruation
- Andauernder Durchfall
Welche Folgen kann eine bakterielle Vaginalinfektion haben?
Wird eine Infektion nicht rechtzeitig behandelt, können die Erreger in der Scheide aufsteigen. Diese aufsteigenden Keime können bei Schwangeren verfrühte Wehen oder einen Blasensprung auslösen, was zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen kann. Rund ein Drittel aller Frühgeburten wird auf bakterielle Vaginalinfektionen zurückgeführt.
Weitere Folgen von bakteriellen Vaginalinfektionen können sein:
- Eileiter-, Eihaut- und Gebärmutterentzündung
- Fieber unter der Geburt
- Bakterielle Infektion des Feten
Wie kann eine bakterielle Infektion behandelt werden?
Früh erkannte bakterielle Vaginalinefktionen können mit natürlichen Mitteln in Form von Döderlein-Bakterien behandelt werden. Dabei wird der Säuregrad der Scheide auf einen normalen Wert reguliert und der natürliche Schutzmechanismus ausgelöst.
Bereits fortgeschrittene Infektionen bedürfen meist einer Behandlung mit teilweise aggressiven Antibiotika.
2. Der pH-Wert
Wie ist der Zusammenhang zwischen dem Östrogen und dem pH-Wert?
Das weibliche Hormon Östrogen steuert die Bildung von Milchsäurebakterien im Intimbereich der Frau. Die Milchsäurebakterien Ihrerseits regulieren den Säurehaushalt und dienen als natürliche Schutzbarriere vor Keimen.
Bei erhöhtem Östrogenspiegel werden vermehrt Milchsäurebakterien produziert, die den Säurehaushalt in Richtung saurer Werte verschieben. Der pH-Wert sinkt.
Bei einem niedrigen Östrogenspiegel werden weniger Milchsäurebakterien produziert. Das saure Milieu kann nicht aufrechterhalten werden. Der Säurehaushalt wird in Richtung basischer Werte verschoben und der pH-Wert steigt.
Wie verändert sich der pH-Wert in den verschiedenen Lebensphasen?
Der pH-Wert der Intimzone einer fertilen Frau liegt im Normallfall bei etwa 4,4. Bei jungen Mädchen und Frauen in und nach den Wechseljahren ist der pH-Wert meist erhöht und kann teilweise bis auf 7,0 steigen. Der Grund hierfür ist der niedrige Östrogenspiegel. Schwangere haben aufgrund eines erhöhten Östrogenspiegels meist einen niedrigeren pH-Wert bis zu 3,6.
Was sind mögliche andere Auslöser einer Veränderung des pH-Werts?
Der Säurehaushalt im Intimbereich kann sich durch verschiedene innere und äußere Einflüsse verändern. Dazu gehört
- Tragen von zu enger und synthetischer Kleidung
- zu häufiges Waschen und Waschen mit Seifen, die nicht auf den pH-Wert der Intimzone abgestimmt sind
- Einnahme von Medikamenten (Antibiotika)
- Stress und psychische Belastungen
- Soffwechselstörungen
- Ein schwaches Immunsystem
- Hormonelle Schwankungen (z.B. während der Schwangerschaft oder der Wechseljahre)
- Bakterielle Vaginose
- Bakterielle Mischinfektion
- Sexuell übertragbare Erkrankungen
- Vorzeitiger Blasensprung
- Postoperative Wundinfektionen
- Warum soll ich meinen vaginalen pH-Wert bestimmen?
Der pH-Wert zeigt an, ob eine Verschiebung des Säuregleichgewichts besteht und liefert damit einen ersten Hinweis auf eine mögliche bakterielle Infektion im Intimbereich.
Wann ist die Messung des pH-Werts sinnvoll?
Die Anwendung des ELANEE pH-Tests ist sinnvoll
- bei bakterieller Vaginose
- bei Verdacht auf eine Verschiebung des Säuregleichgewichts (Dysbiose)
- nach antiinfektiven Therapien (z.B. Behandlung mit Antibiotika)
- im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen
- während der Schwangerschaft
- während der Wechseljahre
- bei bekannter Neigung zur Frühgeburt
- nach sexuellem Kontakt mit einem neuen Partner
- beim Auftreten von Intimbeschwerden
- vor und nach vaginalchirurgischen Eingriffen
Wie häufig sollte ich den vaginalen pH-Wert messen?
Während der Schwangerschaft sollte die Messung 2-3 Mal wöchentlich durchgeführt werden. Dadurch können Sie sich auch zwischen den Vorsorgeuntersuchungen vergewissern, ob das Gleichgewicht der Scheide in Ordnung ist.
Bei bekanntem Frühgeburtenrisiko oder wenn in einer früheren Schwangerschaft bereits Infektionen aufgetreten sind, sollte der Test öfter durchgeführt werden.
Außerhalb der Schwangerschaft sollte der Test ein Mal pro Monat oder bei Verdacht auf eine Infektion (siehe „Welche Symptome gehen mit einer bakteriellen Infektion einher?“) angewendet werden.
3. Produkt und Anwendung
Wie funktioner der ELANEE pH-Test?
Der ELANEE pH-Test ist eine zuverlässige, hygienische und schmerzfreie Methode zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes. Der Test ermöglicht die Erkennung des vaginalen mikroökologischen Gleichgewichtes bzw. seiner Störungen. Sobald die pH-Messzone auf dem Applikator mit Vaginalsekret in Berührung kommt, entsteht ein Farbwechsel. Je nach Säuregrad der Flüssigkeit nimmt die Messzone eine andere Farbe ein, die einem Wert auf der Farbskala zugeordnet werden kann. Dieser Wert ist das Testergebnis.
Ist die Nutzung des ELANEE pH-Tests absolut unbedenklich?
Der ELANEE pH-Test ist ein zum Patent angemeldetes Medizinprodukt.
Der ELANEE pH-Test besteht aus einem ca. 8 cm. großen Vaginalapplikator aus medizinisch zugelassenem Kunststoff. In den Applikator ist ein pH-Messstreifen integriert (MERCK pH-Indikatorstäbchen, pH 4.0 – 7.0) Der Teststreifen ist nicht blutend. Das bedeutet er gibt keine Farb- oder sonstige Stoffe und Substanzen an die ihn umgebenden Flüssigkeiten ab. Die Anwendung des pH-Tests ist also absolut unbedenklich.
Was sollte ich bei der Anwendung beachten?
- verwenden Sie jeden Test nur ein Mal
- verwenden Sie den Test nicht nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums
- öffnen Sie den Test erst kurz vor der Anwendung.
- pH-Selbstmessungen stellen keinen Ersatz für die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch den Arzt oder die Hebamme dar
- der Applikator bestimmt nur den pH-Wert, der ein Hinweis auf eine Infektion sein kann, weist jedoch keine Infektion nach
- bei unsachgemäßer Anwendung kann es bei unberührten Frauen zu einer Defloration kommen (Zerreißen des Jungfernhäutchen), ähnlich wie bei der Benutzung von Tampons
Wie wende ich den ELANEE pH-Test an?
- Waschen Sie sich vor der Durchführung des Tests die Hände.
- Öffnen Sie die Faltschachtel, entnehmen Sie einen Test und öffnen Sie die Folie. Entnehmen Sie den Applikator erst kurz vor dem Test. Fassen Sie den Applikator nur an der runden Griffzone an.
- Halten Sie den Applikator an der Griffzone zwischen Daumen und Zeigefinger (siehe Abb.1) Der Daumen sollte sich auf der Seite des Applikators befinden, auf der keine pH-Messzone vorhanden ist.
- Vermeiden Sie, dass die pH-Messzone Kontakt mit anderen Flüssigkeiten bekommt.
- Setzen Sie sich mit gespreizten Knien hin oder stellen Sie einen Fuß auf eine erhöhte feste Oberfläche.
- Spreizen Sie mit Hilfe Ihrer freien Hand sanft die Vaginalöffnung, indem Sie vorsichtig die äußeren Schamlippen auseinander schieben.
- Führen Sie den Applikator sanft in die Scheide ein, als würden Sie einen Tampon benutzen (siehe Abb.2). Führen Sie den Applikator etwa 1-3 cm. tief ein, jedoch nicht tiefer als bis zur runden Griffzone.
- Drücken Sie den eingeführten Applikator für ca. 10 Sekunden leicht gegen die hintere Scheidenwand, damit die pH-Messzone gut befeuchtet wird. Eine ausreichende Befeuchtung ist sehr wichtig für die Testauswertung.
- Ziehen Sie den Vaginalapplikator vorsichtig aus der Scheide.
- Lesen Sie Ihr Ergebnis sofort nach Herausziehen des Applikators ab. Vergleichen Sie die Farbe der pH-Messzone mit der Farbskala auf dem Folienbeutel (siehe Abb.3). Verwenden Sie zur Auswertung nur die Farbskala auf dem Folienbeutel.
- Notieren Sie den Wert im Testtagebuch.
- Entsorgen Sie den Applikator über den normalen Haushaltsmüll.
Was bedeutet das Testergebnis?
Alle Werte bis 4.4 sind normal.
Messen Sie einen Wert bis 4.4, weisen jedoch andere Anzeichen einer Infektion auf (siehe „Welche Symptome gehen mit einer bakteriellen Infektion einher“) suchen Sie Ihren Arzt auf. Ein saurer pH-Wert kann Infektionen nicht zu 100% verhindern.
Haben Sie einen Wert über 4.4 gemessen, besteht zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Stress oder bestimmte Nahrungsmittel können sich kurzzeitig auf den vaginalen pH-Wert auswirken. Es kann auch sein, dass der Test nicht korrekt durchgeführt worden ist (siehe. „Wie erkenne ich, ob ich den Test richtig durchgeführt habe?“). Bei erhöhtem pH-Wert wiederholen Sie den Test einige Stunden später (am Abend oder nächsten Morgen). Liegt der pH-Wert bei der wiederholten Messung über 4.4, suchen Sie baldmöglichst Ihren Frauenarzt auf, um die Ursache fest zu stellen.
Messen Sie wiederholt einen stark erhöhten pH-Wert (6.1 und höher), könnte dies in der Schwangerschaft ein Indiz für einen Blasensprung sein. Suchen Sie baldmöglichst Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme auf.
Treffen Sie auch bei erhöhten pH-Werten keine Therapiemaßnahmen ohne Absprache mit Ihrem Arzt!
Wie erkenne ich, ob ich den Test richtig durchgeführt habe?
Sollten Sie den Test nicht richtig durchgeführt haben, können folgende Ergebnisse entstehen:
Das Indikatorfeld zeigt eine uneinheitliche Farbe auf.
Wiederholen Sie den Test sofort noch einmal. Verwenden Sie dazu einen neuen Applikator. Der Grund könnte eine ungenügende Durchfeuchtung der pH-Messzone mit dem Scheidensekret sein.
Es wird ein erhöhter Wert angezeigt.
Wiederholen Sie den Test einige Stunden später (am Abend oder nächsten Morgen). Verwenden Sie dazu einen neuen Applikator. Wird wiederholt ein erhöhter pH-Wert angezeigt, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. (siehe auch „Was bedeutet das Testergebnis?“).
Wodurch kann das Ergebnis verfälscht werden?
Um falsche Messungen zu vermeiden sollte keine pH-Messung vorgenommen werden:
- innerhalb von 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Sperma beeinflusst den Wert
- innerhalb von 12 Stunden nach Einbringen einer Substanz in die Scheide. Z.B. Spray, Gel, Creme
- innerhalb von 3-4 Tagen nach Beendigung der Regelblutung
- nach dem Wasserlassen. Wenden Sie den Test vor dem Wasserlassen an bzw. achten Sie darauf, dass sich keine Urinreste am Scheideneingang befinden. Urin kann das Ergebnis verfälschen.
- direkt nach dem Waschen des Intimbereichs. Seifen und Lotionen können den pH-Wert verfälschen
Wie lagere ich den Test richtig?
Lagern Sie den Test im geschlossenen Schutzbeutel, trocken und bei Raumtemperatur. Der Test sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Wie entsorge ich den Test richtig?
Die im ELANEE pH-Test verarbeiteten Materialien sind unbedenklich. Sie können den ELANEE pH-Test mit dem normalen Hausmüll entsorgen.

